Gegen den Zeitgeist:Klezmer im Ottenshof

In Wewelsburg werden „Nazi-Geister ausgetrieben“


In den 30er Jahren von den Nazis als Dorfgemeinschaftshaus gebaut, während Zwangsarbeiter aus dem KZ Niedernhagen die Wewelsburg zum „kulturellen Mittelpunkt der Welt“ ausbauen sollten, war der Ottenshof in Wewelsburg lange Zeit das Objekt heimlicher Begierde von Neo-Nazis.
Jetzt wird er seit einiger Zeit umfassend saniert – um einer zukünftigen ideologiefreien demokratischen Nutzung dienen zu können – mit Gastronomie, Gästehaus und eben auch Treffpunkt für das Dorf.

Diesen Prozess unterstützen will das Demokratiebüro des Kreises Paderborn zusammen mit der Biohaus-Stiftung am 10. Oktober um 19 Uhr mit einem Konzert der Klezmer-Band „Meschuggene Mischpoke“. Schon einmal hat sie ermöglicht, die Wandlung des Ottenshofs in Augenschein nehmen zu können und Klezmer, die Musik jiddischer Kultur und der Juden Osteuropas zu geniessen. Die Kapelle präsentiert sich in großer Besetzung mit traditionellem bis zeitgenössischem Klezmer. Klassiker wie Mazltov, Bej mir bistu schejn, Tsen brider werden zu hören sein, aber auch Eigen-Kompositionen sowie Bearbeitungen moderner Klezmer-Stücke. Klarinette, Querflöte, Akkordeon, Harfe, Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug sind die Instrumente, die die 7 Meschuggenen bearbeiten, und die den Ottenshof für einen Abend zur „kretshme“, zur jiddischen Kneipe machen werden. Der Eintritt ist frei – ein „Hut geht um“, und die Veranstalter Demokratiebüro und Biohaus-Stiftung setzen gemeinsam mit den Musikern ein Zeichen für Weltoffenheit und kulturelle Vielfalt.